Gemeinsam: Paddeln und campen seit 1953

Einen Verein zu gründen war schon immer ein sehnlicher Wunsch der Paddler, die ihre Boote beim Bauern Wardemann am Rhein untergebracht hatten. Anfang 1953 war es dann endlich soweit. In der Kamp-Lintforter Gaststätte „Ziegenhorn“ wurde am 1. Februar 1953 durch 26 Interessenten aus Kamp-Lintfort und Rheinberg ein Kanuverein ins Leben gerufen. Am 28. Februar fand dann die Gründungsveranstaltung statt, bei der von 91 Personen 77 ihren Beitritt erklärten. Die Versammlung einigte sich auf den Namen:

Zelt- und Wassersportfreunde Rheintreue e.V.
Kurz: ZWR

Der Verein wurde in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rheinberg eingetragen und Mitglied des Deutschen Kanuverbandes (DKV).

 

Die frühen Jahre

Der 25. Juli 1953 brachte dann den ersten Höhepunkt des jungen Vereins und das erste Auftreten in der Öffentlichkeit. Her Dr. Carl Underberg übergab dem Verein die von Ihm gestiftete Flagge und den Flaggenmast. Zum Dank wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft angeboten, die er begeistert annahm und zum ersten Ehrenmitglied des Vereins wurde. Bei der ersten Jahreshauptversammlung des ZWR am 17. Oktober 1953 wurde Erich Leibrich zum 1. Vorsitzenden gewählt.

1954: Teilnahme an einer Sportwerbewoche in Kamp-Lintfort/Stadtmeisterschaften auf dem Pappelsee
Lintforter zeigen reges Interesse Das erste Sommerfest wird bei Wardemann gefeiert

1955:  Anschaffung eines Zehnerkanadiers/Bezirkssonnenwendfeier am ZWR
1. und. 2. Platz bei Faltbootregatta in Friedrichfeld und Uerdingen

1956: Bau eines Bootsschuppens in Holzbauweise auf dem Gelände von Wardemann
Teilnahme an den holländischen Knobeltrocht-Festspielen in Venlo

Immer mehr Vereinsfahrten fanden statt, die auch immer regen Zuspruch bekamen. Mit der wachsenden Motorisierung und den aufkommenden leichten Kunststoffbooten wurden dann auch die Ziele weiter gesteckt. Frankenberg, Monschau, Chiemsee und sogar Norwegen und Schweden standen auf dem Programm. Eine Vereinszeitung wurde geschrieben. Unter der Leitung von Achim und später auch seiner Frau Anne-Liese entstand mit der Zeit eine starke Jugendabteilung.

 

ZWR 1962
Sommer 1962 im ehemaligen Baggerloch Rheinkilometer 803 oberhalb der Gastätte Wardemann: (von links) Hans-Willy Haake, Gisela Haake, Erich Haake, allesamt langjährige Vereinsmitglieder, und der kleine Wolfgang Haake. (Fotograf war der Drogist Viktor Lewen aus Rheinberg. Das Bild ist per Hand nachcoloriert.)

 

Die 70er und 80er

Für viele Jahre war der Bauernhof Wardemann das Domizil des ZWR, bis der Verein langsam zu wachsen begann und nicht mehr alle Mitglieder dort unterbringen konnte. Anfang der 70er bekam der ZWR von der Stadt Rheinberg ein Grundstück auf Eversaeler Gebiet zugeteilt, wo er ebenfalls direkt hinter dem Rheindamm ein neues, moderneres und vor allem ein größeres Bootshaus (welches aber auch nur aus Holz bestand) mit Gastwirtschaft und Jugendraum errichten konnte. 1975 wurde das Gebäude mit anliegenden Abstellplätzen für Wohnwagen und einer Zeltwiese fertiggestellt.

altes Vereinsheim1986 wurde dann das aus Eigenhand der Kanuten erweiterte und aus massivem Stein gebaute Bootshaus in festlichem Anlass eingeweiht.

Ein halbes Jahr später war war es jedoch amtlich: Aufgrund der Kohleabbaupläne und des Deichschutzverbandes sollten die Zelt- und Wassersportfreunde ihr Grundstück räumen. Zur Freude der Kanuten klärte sich jedoch alles auf und sie durften vorläufig auf dem Grundstück im Hasenfeld bleiben.

 

Die 90er

Das Umfeld wandelte sich: So wurde z.B. der Deich näher an das Grundstück verlegt, ein Naturschutzgebiet im Hasenfeld festgelegt und somit die alte Zufahrtsstraße des ZWR abgerissen. Seitdem ist das Vereinsgelände über den Deichschutzweg zu erreichen. Außerdem wurden zwei größere Flächen an den ZWR verpachtet, die von den Kanuten als Zeltwiese und Bolzplatz genutzt wurden.

 

Neubau zum neuen Jahrtausend

SONY DSCAnfang 2001 offenbarte das Bergwerk Walsum den Eversaelern seine Pläne zum Kohleabbau und verkündete, dass das Hasenfeld in den nächsten Jahren um etwa 5 Meter absinken werde. Nach etlichem Planen und viel Strategiearbeit, bekam der ZWR im Sommer 2001 ein neues Grundstück, etwa 100 Meter hinter dem alten Standort, zugeteilt. Dort errichteten wir – erneut in umfassender Eigenleistung engagierter Vereinsmitglieder – unser heutiges Vereinsheim, das wir 2005 feierlich einweihen konnten.